Sensei Abernethy [Nijushiho] 29. – 30. Jänner 2026 Hannover

Geschichte:

  • Die verschiedenen Stilrichtungen waren nie im Sinne von Karate und auch nicht der Meister!
  • Judo, Kendo, … gibt es auch nur je eines.
  • Selbst die weitverbreitete Unterscheidung zwischen Naha-te und Shuri-te Stilen soll so nicht haltbar sein.
  • Vielmehr war das Erlernen der unterschiedlichen Fähigkeiten bei den verschiedenen Meistern im Vordergrund. Für Kraft gehe zu x, für Timing zu y usw..!
  • Durch die unterschiedlichen Stilrichtungen und Wettkampfdisziplinen wurden zwangsläufig auch technische Änderungen wie z.B. bei der Ausführung von Kata eingeführt. Manchmal heißen sie auch anders.
    Je nach Stilrichtung sind die Bezeichnungen für Soto Uke und Uchi Uke genau gegengleich.
  • Dies erklärt warum in manchen Stilen die Kata – Angriffe in Jodan und im Anderen in Chudan Höhe ausgeführt wird.
    In den meisten Fällen liegt es aber allein daran, wo sich im Fall des Falles der Kopf des Gegners befindet (ist er klein Chudan, ist er größer Jodan, gleiches gilt für Winkelabweichungen usw., ….), das macht doch Sinn!
    Joke von Ian: greife einen Shotokan Praktiker in einem Winkel von 66° an, er ist verloren, es wurden ja immer nur 45°, 90°, 180°, … gelehrt 😉.
  • So viel zur oft gestellten Frage wie wurde die Original Kata gelehrt oder was soll sie uns lehren?
    Was funktionell ist, ist wahrscheinlich sehr nahe am Original!

Anwendung:

  • In der weit verbreiteten Kata – Bunkai Lehre werden oft Angriffe aus 90° (also von der Seite) ausgeführt. Dies ist jedoch kaum realistisch! Der effektivste Bereich ist nun mal  frontal, also innerhalb der eigenen Schulterbreite. So wird man nach Möglichkeit versuchen sich aus diesem Bereich des Gegners zu entfernen (seitlich versetzen), um ihn wiederum selbst vollständig innerhalb dieses Bereiches zu haben!
  • Erlerne die Kata über die Anwendungen.
  • Studiere, übe die Bewegung und den Ablauf!
  • Egal wie, was und warum du es machst, mache es mit der Körpermasse (setze all dein Gewicht ein, auch wenn es noch so wenig ist)!
  • Wechsle rechtzeitig (kurze Phasen) zwischen den Modi (studieren, anwenden [hier wird noch ausgebessert] und tun- umsetzen [Überlebensmodus, wo nicht ausgebessert wird])!
  • Im Überlebens-Modus sind Emotionen nicht nur erlaubt, sondern auch wichtig! (Überlebenswichtig)

    Trainingszonen:

  • Beginner sind von sich aus in der Entwicklungszone und müssen manchmal gebremst werden, damit sie nicht von sich aus in die Überlastungszone fallen. Ein erfahrener Trainer erkennt den Unterschied und kann lenkend eingreifen!
    Die Entwicklungszone ist sehr vielfältig, wodurch es auch schnell mal zu Überlastung kommen kann!
  • Fortgeschrittene verweilen gerne in der Komfortzone, das Erlernte wird umgesetzt und angewendet und man gib sich damit zufrieden, obwohl man noch weit von den persönlich erreichbaren Belastungs-/Fähigkeitsgrenzen entfernt ist. Dies kann auch mal schnell zu Demotivation führen!
    Je fortgeschrittener umso größer ist die Zone, was dazu führt, dass man viel trainiert, aber stagniert anstatt ausbaut!
  • Überlastungszone, diese kann aus eigenen Stücken oder auch durch falsche Anweisungen erreicht werden. Achtung, hier kommt es nicht nur zur Überforderung, Verletzungen, aber auch Verzweiflung und Demotivation sind ständige Begleiter dieser Zone!
  • Überlebenszone, diese Zone ist ein wichtiger Bereich, welcher auch in jedem Training seinen Platz finden muss!
    Doch was ist die Überlebenszone? Es handelt sich dabei um den Bereich, in dem Hemmschwellen und Schutzmechanismen ausgeschalten werden. Z.B. um mein Kind, meinen Partner, mein Haustier, …. , oder natürlich auch mein eigenes Leben zu schützen und außer Gefahr zu bringen.
    Im Überlebensmodus ist das Verletzungsrisiko naturgemäß auch erhöht, daher soll diese Zone nur kurz, aber stätig und mit klaren Vorgaben beübt werden!

Benennung:

  • Achte immer auf dein „Wording“ die gezielte Wahl der Formulierung hat wesentlichen Einfluss sowohl auf das Verständnis als auch auf die Ausführung!
    • So lange wir Üben (Partnerübungen) ist es mein Partner, mein Gegenüber.
    • Im Wettkampf oder in der Selbstverteidigung ist es jedoch mein „Feind“.
  • Es ist „unerlässlich“ auch im Feind-Modus einfach den Überlebens-Modus zu trainieren, dies ist am sichersten und einfachsten mit Schlagpratzen umsetzbar!
  • Achtung; im Feind- Überlebensmodus „nicht“ ausbessern, auch wenn es noch so falsch ist! Am Ende der Übung kann darauf hingewiesen werden an welchen Schrauben wir in den Entwicklungsübungen noch schrauben können, um das Überlebens-Potenzial besser ausschöpfen zu können!
  • Meide das Wort „Falsch“! Die Art, der Ausführung kann im Moment zwar nicht passend sein, dann benennen wir es aber auch so: Es ist nicht das, wie/woran wir jetzt arbeiten wollen (zB. Ablauf verfeinern im Feind-/Überlebensmodus, zuerst Ablauf festigen, danach Überlebensmodus so gut wie wir es eben schaffen).

Training:

  • Stressabbau; Die heutige Zeit bringt sehr viel anhaltenden Stress mit sich. Darauf ist aber unser Organismus nicht ausgelegt (Chronische Krankheiten sind oft die Folge)! Stressabbau wurde seit Anbeginn der Zeit mit nachfolgenden Verhalten betrieben:
    • Kampf
    • Flucht
    • Sex

Kommt man schon gestresst ins Training, wirkt ständiges ausbessern und verfeinern der Techniken/Bewegungen kontraproduktiv und trägt zu weiterer Stressentwicklung und Verzweiflung bei!

  • Ein gangbarer Ansatz wäre Aufwärmen mit steigernder Belastung inkl. Spiel mit Reaktionsübung, danach kurzes auspowern, mit gewohnten Übungen auf den Schlagpratzen wie z.B.:
    • Age Uke, Gedan Barai, Soto Uke, Uchi Uke (gleicher Arm)
      gerne auch mit Kizami- und/oder Gyaku Zuki abschließen
      • Beinwechsel am Stand mit Oi Zuki
      • Beinwechsel am Stand mit Gyaku Zuki
      • Mae Geri – Mawashi Geri

für 30-90 Sekunden je Partner, nur je 2 Durchgänge „ohne Ausbessern“! Dadurch wird Stress abgebaut, der Kopf wird frei, die Muskulatur gelockert, die Aufmerksamkeit steigt, einem großartigen Training steht nichts mehr im Weg!

  • Jedes Thema lässt sich abwechslungsreich trainieren und bearbeiten;
    • Trocken Übung
      • Partneranwendung / Bunkai
      • Bunkai mit Pads
      • Bunkai mit Pads im Überlebensmodus (Tun anstatt üben!)
        Jetzt darf wie schon vorher angemerkt NICHT ausgebessert werden!!
  • Achtung, niemals nach dem Schlagpratzen – Überlebensmodus zu Kumite über gehen, es ist schlicht weg zu gefährlich!
    Gehe z.B. über Kata oder Kihon zu Sparring über, um die Motivation/Emotion/Stress wieder auf ein nutzbares (sicheres) Level/Niveau zu senken!

Die Senseis Fasching / Turek-Weber / Abernethy / Trimmel v.r.n.l

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